Stundenbuch der Sforza (British Library, London, Add. MS 34294)

Ein besonderes Meisterwerk der Buchmalerei der Renaissance ist das Stundenbuch der Herzogin von Bari und Mailand, Bona Sforza (1494-1547), die durch ihre Heirat im Jahr 1518 durch ihre zweite Heirat mit König Sigismund I. Königin von Polen und Großfürstin von Litauen wurde.

Das einmalige an diesem Werk ist die Tatsache, dass zwei Buchmaler an dem Werk gearbeitet haben: Begonnen wurde es um das Jahr 1486 in Italien und vollendet im 16. Jahrhundert von einem flämischen Maler. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Künstler sich nie getroffen haben und unabhängig voneinander an dem Manuskript gearbeitet haben.

Wir erfahren von der Handschrift erstmals in einem Brief des Mailänders Buchmalers Giovanni Pietro Birago (2. Hälfte des 16. Jahrhunderts), der sich darin über den Diebstahl eines Teils des Stundenbuches aufregt. Tatsächlich ist dieser Teil der Handschrift, etwa ein Drittel des Gesamtwerkes, nie wiedergefunden worden.

Als Erbfall gelangte die unfertige Manuskripts Anfang des 16. Jahrhunderts an Margarete von Österreich (1480-1530). Diese war Statthalterin der Niederlande und hatte die Obhut für ihren minderjährigen Neffen, den späteren Kaiser Karl V. (1500-1558), übernommen, der an ihren flandrischen Höfen aufwuchs. So kam es, dass der unvollendete Part des Stundenbuches erst im 2. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts von Margaretes Hofmaler Gerard Horenbout (1465-1541) fertiggestellt wurde.

Doch die folgenden Jahrhunderte bleibt die Geschichte der Handschrift im Dunkeln; sie taucht erst Ende des 19. Jahrhunderts wieder auf und gelangt in den Besitz englischer Kunststammler und durch Schenkung (inzwischen in vier Bänder aufgeteilt) schließlich an das British Museum.

Während der italienische Teil durch eine Textproduktion aus einer Hand, die durch zahlreiche farbige Darstellungen am Rand des Textes ergänzt wird, vollendete Horenbout das Werk mit 16 Miniaturen und zwei Bordüren.

Der Text des italienischen Teils wurde vermutlich von einer Hand geschrieben. Die am Rand dargestellten Bilder illustrieren entweder den entsprechenden Teil des Buches oder kommentieren eine danebenstehende Zeile. Birago verstand es meisterhaft, die Stimmungen der Menschen auf ihren Gesichtern wiederzugeben. Die farbige Gestaltung seiner Miniaturen betont diese Ausdruckskraft zusätzlich.

Die Faksimile - Edition des Stundenbuches entspricht dem Originalzustand seit dem 19. Jahrhundert und wird in vier Bänden im Format von 13,1 x 9,3 cm herausgegeben. Die Auflage ist dabei auf 980 nummerierte Exemplaren limitiert und wird in einer prachtvollen Schmuckkassette aus Sterlingsilber präsentiert, die zusätzlich mit 30 Edelsteinen verziert ist.

Es ist auch möglich, die Bände einzeln zu beziehen, wobei die Einzelbände dann in einer roten Velourskassette ausgeliefert werden.

Ergänzt wird die Faksimile-Ausgabe durch einen umfangreichen Kommentarband, in dem sich aus der Feder namhafter internationaler Experten die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Geschichte und zur Bedeutung des Stundenbuchs finden.

Das Stundenbuch der Sforza ist im deutschsprachigen Markt exklusiv bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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