Städte der Welt - Die Welt, wie man sie damals kannte

Mit der Kunst der Faksimilierung lassen sich auch historische Meisterwerke der Kartographie für die Nachwelt erhalten. Über Faksimiles von Karten oder Atlanten lassen sich seltene und kulturgeschichtlich bedeutende gedruckter historische Karten ebenso erhalten wie Sammlungen historischer Manuskriptkarten und topographische Großwerke, die den gedruckten Grundrissen oft auch handkolorierte Elemente enthalten.

Bereits einige Jahrzehnte früher als die Topographia Germaniae, das Hauptwerk des bekannten Kupferstechers Matthäus Merian (1539-1650) und mit 16 Bänden eines der größten Verlagswerke seiner Zeit, entstand das richtungsweisende Ansichtenwerk, das der Kölner Theologe Georg Braun (1541-1622) u.a. gemeinsam mit dem flämischen Kupferstecher und Radierer Franz Hogenberg (1535-1590) geschaffen hat: Die Civitates Orbis Terrarum sind eine Sammlung von Stadtansichten in sechs Bänden, das über 600 an die Wirklichkeit angelehnte Ansichten und Pläne von größeren Städten Europas, Afrikas, Vorderasiens sowie Zentralamerikas – also der gesamten damaligen bekannten Welt enthält.

Der auf dem Titelblatt befindliche deutsche Titel lautet Beschreibung und Contrafactur der Vornembster Stät der Welt. Das 1572-1617 in Köln publizierte Werk ist von seiner Aufmachung und Größe her eine Ergänzung des nur wenige Jahre vorher erschienenen Weltatlas‘ Theatrum Orbis Terrarum des Niederländers Abraham Ortelius (1527-1598) aus dem Jahr 1570 und die älteste Sammlung realistischer Städteansichten aus der ganzen Welt.


Der ›Braun-Hogenberg‹ erschien zwischen 1572 und 1640 in sechs Bänden im Folioformat, die rund 600 Stadtansichten auf 363 Doppeltafeln enthalten. Jeder der Abbildungen wird durch eine anekdotenreiche Erläuterung zur Geschichte und Bedeutung der Stadt aus der Feder von Georg Braun ergänzt.

Detailgetreue Stadtansichten als historische Dokumente


Die großformatigen Darstellungen sind farbenfroh koloriert und bis ins Detail ausgestaltet. Sie stellen eine wichtige Quelle für unsere Kenntnis mittelalterlicher Städte dar, bevor sich deren Stadtbild durch die Verwüstungen während Dreißigjährigen Krieges und die zahlreichen Umbauten in der Barockzeit verändert haben.

Die detailgetreuen Stiche von Stadt und Landschaft werden durch weitere Darstellungen der reich ausgestatteten Staffage wie z.B. Fuhrwerke, Schiffe oder zeitgenössische Trachten und Wappendarstellungen ergänzt. Außerdem enthalten die Bände zahlreiche Genreszenen, die den Alltag der Einwohner ebenso widerspiegeln wie das Leben von Bauern oder Fischern. Zusammen mit den begleitenden unterhaltsamen Texten zur historischen Entwicklung, zur wirtschaftlichen Situation und zu lokalen Bräuchen kann man sich ein genaues Bild der zeitgenössischen Lebensumstände machen. Die Civitates vermitteln uns damit einen einzigartigen Einblick in das Stadtleben zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Die originalgetreue Faksimile-Edition aus deutschem Bibliotheksbesitz ist in der Größe 28 x 41 cm ein- oder zweibändig im deutschsprachigen Markt exklusiv bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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