Pacino di Bonaguidas Buch der Bilder

In der Zeit der Vorrenaissance des 14. Jahrhunderts, die auch als „Trecento“ (italienisch für 300, verkürzt für das Jahr 1300) bezeichnet wird, bilden sich in der italienischen Kunst wichtige Impulse heraus, die für die kommenden Jahrhunderte und die Epoche der Renaissance von immenser Bedeutung wurden. Es ist vor allem die Darstellung des Menschen, die sich zu dieser Zeit merklich verändert und erstmals die Ansätze einer räumlichen Perspektive zeigt. Dabei zeichnet sich vor allem der Florentiner Künstler Giotto di Bondone, der als Giotto bekannt wurde, als Vertreter der neuen Kunstfertigkeit aus.

Aus dieser für die Kunstgeschichte so wichtigen Zeit stammt ein Buch, das das Leben Jesu Christi nur in Bildern und ohne Text darstellt, wobei die angedeutete Dreidimensionalität des Trecento auch erstmals Eingang in die Buchmalerei nimmt. Der Künstler, der dieses Kleinod schuf, war Pacino di Bonaguida (ca. 1280 – 1340), der wie Giotto ebenfalls aus Florenz stammte und sich als erster dort beheimateter Vertreter seiner Zunft einen Namen machte.

Bonaguida schuf für das Buch der Bilder insgesamt 38 Miniaturen, die er mit Tempera malte und mit Blattgold verzierte. Auffällig ist die intensive Blautönung des Hintergrundes, die sich durch alle Darstellungen zieht. Neben zwei alttestamentarischen Szenen finden sich vier Miniaturen aus dem Leben des Lokalheiligen Gherardo de Villamagna, der vor allem im Florentiner Raum verehrt wurde. Villamagna nahm Ende des 13. Jahrhunderts als Knappe an der Befreiung Jerusalems durch die Kreuzfahrer teil, wurde später Mönch im Orden Franz von Assisis, bevor er sein Leben als Einsiedler beschloss und heiliggesprochen wurde. Im Zentrum des Werkes aber steht eindeutig das Leben Jesu, das die übrigen 32 ganzseitigen Darstellungen bestimmt. Der Buchmaler richtete sich dabei nicht nach irgendwelchen Vorlagen, sondern entwickelte ganz eigene Interpretationen der bekannten Lebensstationen des Gottessohns. Die dargestellten Figuren zeichnen sich durch ihre prachtvollen und farbenfrohen Gewänder aus und untermalen die dargestellten Szenen mit deutlich erkennbaren Gesten.

Mit dem Buch der Bilder hat Pacino di Bonaguida eine ganz neue Form der Buchmalerei entwickelt, die den großformatigen Werkes eines Giotto in Nichts nachsteht und damit ebenfalls zu den wichtigsten Werken der Kunst der Protorenaissance gehört.

Die originalgetreue Faksimile-Ausgabe beruht auf der Handschrift M.643, die in der Morgan Library in New York aufbewahrt wird und um das Jahrzehnt 1320-1330 in Florenz entstanden ist. Alle Goldpartien des Faksimiles werden in 231/2 Karat Echtgold wiedergegeben. Auch der Einband aus rotem Leder ist großzügig mit Gold geschmückt. Die Auflage der Faksimile-Ausgabe des Buches der Bilder ist weltweit streng auf 900 Exemplare limitiert.

Die originalgetreue Faksimile-Edition des Buches der Bilder ist im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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