Gaston Phoebus – Das Buch der Jagd (Pierpont Morgan Library, New York, M.1044)

Die Jagd hat die Menschen zu allen Zeiten fasziniert und so verwundert es auch nicht, dass sich die Thematik auch mittelalterliche Handschriften finden lässt. Das bekannteste Zeugnis dieser Faszination ist das „Livre de chasse“ des Grafen Gaston III. von Foix und Béarn, das dieser zwischen 1387 und 1389 geschrieben hat. Seinem auffälligen blonden Haarschopf hat der Graf es zu verdanken, dass man ihm in Anlehnung an den antiken Gott Apoll den Beinamen Phoebus verliehen hat.

Das Buch der Jagd besteht aus vier Teilen, in denen Gaston Phoebus nicht nur die verschiedenen Arten der zeitgenössischen Jagd schildert, sondern zugleich einen eindrucksvollen Katalog der ihm Tierarten aufzeigt. Seine Darstellung wurde noch jahrhundertelang als biologisches Lehrbuch zu Unterrichtszwecken genutzt.

Bereits im Spätmittelalter war das „Livre de chasse“ in den Adelskreisen Frankreichs und Burgunds ein „Bestseller“ und so gibt es zahlreiche Ausgaben, die sich an Kunstfertigkeit zu übertreffen versuchen.
Einen Höhepunkt mittelalterlicher Buchkunst stellt eine Ausgabe dar, die Herzog Philipp II. der Kühne von Burgund in der Werkstatt der sogenannten Bedford-Meisters in Paris anfertigen ließ. Sie besteht aus 128 Folio-Seiten, die insgesamt 87 Miniaturen in leuchtenden Farben und zum Teil auf Goldgrund enthält. Ihrer Zeit geradezu voraus waren die Buchmaler vor allem durch die Dreidimensionalität ihrer Darstellungen. Sie befindet sich heute in der Pierpont Morgan Library in New York.

Doch auch die Faksimile-Ausgabe des Buches der Jagd von Gaston Phoebus steht dem Original an Kunstfertigkeit in Nichts nach. Sie erscheint in einer limitierten Ausgabe von 980 Exemplaren, die allesamt handnummeriert sind und entspricht in ihrer Größe dem Originalformat der Handschrift von 38,5 x 28,6 cm. Die Miniaturen der Handschrift sind detailliert mit Pinsel- und Blattgold verziert und sind ebenso eine Augenweide wie die 126 Initialen und der auffällige Rankenschmuck aus blauen und roten Blättern. Der französische Text des „Livre de chasse“ ist in einer klar konturierten Textura verfasst.

Für den Einband des Faksimiles hat man sich an eine Ausgabe aus der Privatbibliothek des französischen Königs Ludwigs XII, angelehnt; er besteht aus feiner Seide, die mit den charakteristischen goldenen Lilien bestickt ist. Auch die Folio-Seiten bestehen aus hochwertigem Pergament und machen die Faksimile-Ausgabe zu einem Schmuckstück ihrer Art.

In einem wissenschaftlichen Kommentarband wird das Buch der Jagd unter anderem von William Voelkle Head of the Department of Medieval and Renaissance Manuscripts, Morgan Library and Museum in New York und den Pariser Kunsthistoriker François Avril historisch eingeordnet und erläutert. Der Band enthält auch eine Übertragung des mittelalterlichen Textes in das moderne Französisch und eine deutsche Übersetzung. Kommentar und Faksimile werden in einem Schuber aus Acrylglas zusammengefasst, so dass die Ausgabe vor Umwelteinflüssen geschützt ist.


Das Buch der Jagd von Gaston Phoebus ist im deutschsprachigen Markt exklusiv bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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