Der Erdglobus von Gerhard Mercator (1541) – Teil 1

Gerhard Mercator wurde als Gerhard Kremer 1512 südwestlich von Antwerpen in Flandern geboren und nahm später den lateinischen Namen Gerardus Mercator an, wie es zu seiner Zeit unter Gelehrten üblich war.

Er lebte in einer Zeit großer Umbrüche und Erneuerungen: auf religiösem Gebiet durch die reformatorischen Thesen Martin Luthers, auf dem Gebiet der Kosmologie durch die bahnbrechenden Erkenntnisse des Nikolaus Kopernikus und auf dem Gebiet der Geografie durch die Entdeckung „neuer Welten“.

Der mathematisch begabte Mercator gilt als einer der Überwinder des ptolemäischen Weltbilds und als Erneuerer der Kartografie. Mercators Arbeit ist revolutionär: Er verband Inhalt und Form auf eine mathematisch fundierte, aber gleichzeitig künstlerische Weise. Die äußere Form, die Mercator seinen Karten gab, blieb über Generationen hinweg vorbildlich.

Mercators Projektionsverfahren

Mercators Projektionsverfahren war eine epochemachende Lösung für das seit der Antike bestehende Problem, ein dreidimensionales Objekt zweidimensional, also als Karte, abzubilden: Er projizierte die Erdoberfläche auf einen Zylinder, der ausgerollt und zu den Polen hin verlängert wurde. Allerdings verzerrte diese Projektion die Flächen in Richtung der Pole, die zwangsläufig enorm vergrößert erscheinen. Daher ist Grönland auf dem Mercator-Globus nahezu gleich groß wie Europa, obwohl es in der Realität nur ein Viertel von dessen Fläche hat. Diese Probleme sind heute gelöst. Doch bis heute bildet die Mercator-Projektion die Grundlage für alle Karten, die dem Seeverkehr dienen. Es verwundert daher nicht, dass der Name „Mercator“ lange Zeit geradezu als Synonym für den Begriff „Seekarte“ verwendet wurde.

Mercators Erdglobus ist der erste, der mit einem Netz von „Rhumbenlinien“ – in der Fachsprache auch „Loxodrome“ genannt – überzogen ist. Diese kurvenartigen Linien winden sich in sanften Spiralen um die Erde in Richtung Pol und ermöglichten den Seefahrern früher eine gleichbleibende Kompassrichtung und damit eine korrekte Navigation auf langen Seewegen.

Historisch-kartografische Bedeutung

Als Globenhersteller wurde Mercator zum allseits anerkannten Meister. Sein erster selbstständig angefertigter Erdglobus von 1541 mit einem Durchmesser von 41 cm wurde in Leuven in einer Art Serienproduktion angefertigt. Noch bis 1592 erschien er in fast unveränderter Form. Im Jahr 1551 wurde ihm ein Himmelsglobus zur Seite gestellt. Fortan wurden Erd- und Himmelsglobus als Paar verkauft, und das in großer Zahl.

Gegenüber früheren Produktionen zeichnen sich die Mercator-Globen außerdem durch eine größere Genauigkeit sowie durch die Schönheit der Zeichnung und der Schrift aus. Der Globus zeigt außer den damals bekannten Ländern und Meeren den Äquator, die Wende- und Polarkreise; der Tierkreis und die hellsten Sterne sind ebenfalls aufgetragen, sodass die Erdkugel auch als Himmelsglobus dienen kann.

Die Erhaltung des kulturhistorischen Erbes

Müller & Schindler und DOMI Exclusiv haben es sich zur Aufgabe gemacht, richtungsweisende kulturhistorische Werke originalgetreu zu vervielfältigen, so wie es Mercator mit seinen Globen tat. Beiden Verlagen geht es darum, unser aller kulturhistorisches Erbe in einer seiner schönsten Formen zugänglich zu machen: als Reproduktionen ebenso hochwertiger wie unersetzlicher Kunstwerke.

Der Erdglobus von Gerhard Mercator im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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