Das Stundenbuch der Isabella von Kastilien (Cleveland Museum of Art, Cleveland, MS 21/63.256)

Zu den schönsten Handschriften aus der Zeit der Renaissance gehört das Stundenbuch der Isabella von Kastilien, das auch unter dem Namen „Libro de Horas de la Reina Isabel la Católica“ bekannt ist. Das Manuskript ist im späten 15. Jahrhunderts von den besten flämischen Buchmalern ihrer Zeit erstellt worden. Die Buchmaler gehörten zur Gent-Brügger-Schule, die quasi den Höhepunkt der flämischen Buchkunst darstellt. Zu den beteiligten Künstlern gehörte Alexander Bening, der mindestens die Hälfte der Miniaturen des Stundenbuchs geschaffen haben soll; Gerard David, der Meister des Ersten Gebetbuches Kaiser Maximilians, der Meister Jakobs IV. von Schottland und der sogenannte Meister der Gebetbücher um 1500.

Die 558 Seiten des Stundenbuchs der Isabella von Kastilien im Format 23,5 x 17,3 cm, deren Text im eleganten Schriftbild der Gotischen Textura geschrieben sind, werden von 40 ganzseitigen und 10 halbseitigen Miniaturen sowie 24 Kalendermedaillons und zahlreichen Randdekorationen geschmückt. Vor allem die Randdekorationen fallen besonders ins Auge, da die gemalten Blumen, Blätter, Schmetterlinge und Vögel durch ihren Schattenwurf auf den farbigen Untergrund der Ränder einen Trompe-l’oeil-Effekt bewirken, der zu den bedeutendsten künstlerischen Errungenschaften der Gent-Brügger-Schule gehört.

Leider ist das Schicksal der Handschrift des Stundenbuchs nach dem Tode der Herrscherin nicht bekannt. Es taucht erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Paris in der Sammlung des Baron Edmond de Rothschild auf, einem Spross der bekannten Bankiersfamilie der Rothschilds. Im Laufe der Zeit gelangte sie über verworrene Wege in die USA, wo es seit 1963 im Cleveland Museum of Art aufbewahrt wird.  Trotz ihres wechselhaften Schicksals befindet sich die Handschrift in einem ausgezeichneten Zustand und lässt das Herz jedes Buchliebhabers höherschlagen.

Die originalgetreue Faksimile-Edition erscheint in einer Auflage von weltweit streng auf 980 limitierten Exemplaren. Die Ausgabe ist in einen Einband von rotem Samt gehüllt, auf dem das ledergeprägte Wappen der Isabella von Kastilien prangt. Außerdem wird das Faksimile von einem Farbschnitt im typischen Blumenmuster veredelt. Der mitgelieferte Kommentarband, dessen Vorwort von Stephen N. Fliegel, dem Kurator für Mittelalter-Kunst des Cleveland Museum of Art, verfasst ist, enthält neben Bildbeschreibungen auch eine Darstellung der wechselhaften Geschichte der Handschrift und ihren Künstlern.

Die originalgetreue Faksimile-Edition des Stundenbuchs der Isabella von Kastilien ist im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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