Das Sakramentar Heinrichs II.

Bayerische Staatsbibliothek, München, Clm 4456

Das Sakramentar Heinrichs II. gilt als einer der letzten Perlen der ottonischen Buchkunst. Es wurde von Heinrich II. als König des ostfränkischen Reiches noch vor seiner Kaiserkrönung 1014 für den feierlichen Gebrauch im Gottesdienst in Regensburg in Auftrag gegeben worden ist. Mit den Künstlern des Regensburger Benediktinerklosters St. Emmeram standen dem Herrscher die bedeutendsten zeitgenössischen Buchmaler zur Verfügung.

Heinrich II., 1146 heiliggesprochen, fühlte sich als »Herrscher im Hause Gottes«, der seinen Herrschaftsanspruch einzig auf Gott begründete. Insofern verwundert es nicht, dass die religiöse Ordnung zur alleinigen Richtschnur in seinem Reich wurde.

Der Kodex war annähernd 800 Jahr einer der bedeutendsten Schätze des Bamberger Doms. Das Bistum Bamberg war von Heinrich persönlich gegründet worden; diese Gründung gilt als eine seiner wichtigsten Leistungen, denn Bamberg galt schnell als eines der wichtigsten geistigen und kulturellen Zentren des Reiches.

Heinrich II. wurde 1024 (vermutlich gemeinsam mit seiner Gattin Kunigunde) auch im Bamberger Dom bestattet.

Ein Buch als Symbol des Machtanspruches


Das Sakramentar sollte den Machtanspruch des späteren Kaisers demonstrieren und ist entsprechend aufwändig gestaltet: Für die Herstellung des 718seitigen Pergaments samt 14 Bildseiten soll die Hit von fast 100 Schafen und Kälbern genutzt worden sein. Zusätzlich wurde Gold und Silber für Verzierungen, Seitenumrandungen, Initialen und zum Teil gänzlich in Gold geschriebenen Hochgebete und Kalenderseiten verwendet.

Wie alle Sakramentare enthält der Kodex alle wichtigen Gebete, die der Priester oder Bischof während der Messe verkündet. Zu Beginn der Bilderhandschrift finden sich ein Krönungs- und Thronbild Heinrichs II. und ein Autorenbild des Papstes Gregor des Großen. 

Der prachtvolle Einband


Das Sakramentar Heinrichs II. ist genau wie andere mittelalterliche Herrscherhandschriften mit einem kunstvollen Einband versehen: auch wenn der erhaltene Einband sicher nicht mehr der ursprüngliche ist, besticht er durch seine Pracht: Die Vorderseite wird von einem Elfenbeinrelief geschmückt, da von Goldblech ist und biblische Geschehnisse aus der Handschrift zeigt, darunter die Kreuzigung Jesu und das Geschehen am Ostermorgen mit den drei Marien am leeren Grabe.  Die Rückseite ist nicht weniger imposant: Sie zeigt Papst Gregor I.  beim Verfassen des Textes auf einer teils vergoldeten Silberplatte.

Die Faksimile–Edition


Das Faksimile des Sakramentars Heinrichs II. erscheint weltweit in einer Auflage von 333 Exemplaren, die handnummeriert sind.  Die 718 Seiten im Originalformat von 29,5 x 24,2 cm sind wie beim Original randbeschnitten von Hand geheftet.  Der mitgelieferte Kommentarband enthält Beiträge von namhaften Experten, die Geschichte und Bedeutung des Sakramentars in lesbarer Form beschreiben.

Die originalgetreue Faksimile-Edition des Sakramentars Heinrichs II. ist im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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