DAS GODESCALC-EVANGELISTAR: EINE PRACHTHANDSCHRIFT FÜR KARL DEN GROßEN (Bibliothèque nationale de France, Paris, Ms. Nouv. acq. lat. 1203)

Von Karl dem Großen persönlich zwischen 781 und 783 in Auftrag gegeben, kommt dem Godescalc-Evangelistar als liturgische Prachthandschrift eine, sowohl kunsthistorisch als auch historisch, herausragende Bedeutung zu.

Dem Reichtum und Rang der hohen Auftraggeber entsprechend, ist es mit allen Mitteln der Schreib- und Malkunst ausgestattet, die am Hofe verfügbar waren: Die goldene und silberne Tinte steht auf kostbarem Purpurpergament, die Seiten sind mit reichem Ornamentschmuck verziert und eine Reihe von sechs ganzseitigen Miniaturen eröffnet den Text.

Die Entstehung der Handschrift

Im Widmungsgedicht auf den Folios 126v-127r verrät die Handschrift ihre namhaften Auftraggeber: Das Evangelistar wurde von Karl dem Großen (reg. 768-814) und seiner Gemahlin Hildegard (gest. 783) in Auftrag gegeben. Es sollte ein Buch angefertigt werden, das eine Abfolge der Evangelienlesungen gemäß dem Verlauf des liturgischen Jahres enthält. Begonnen im Jahr 781 und beendet im Jahr 783, wurde das Evangelistar anlässlich Karls Italienzuges im Jahr 780/781, mit dem Aufenthalt Karls in Rom am Grabe des Heiligen Petrus und der Taufe seines Sohnes Pippin durch Papst Hadrian I., angefertigt. Der Schreiber der Handschrift, Godescalc, dessen Namen das Evangeliar trägt, begleitete Karl den Großen auf dieser Reise und verewigte den Italienzug in seinem Widmungsgedicht.

Der Glanz des Himmelreiches

Godescalcs Gedicht ehrt Karl den Großen als siegreichen Helden, idealen König und großen Bibliophilen. Darüber hinaus umkleidet die Widmung die prachtvolle Ausstattung der Handschrift mit einer symbolischen Deutung: Die edlen Materialien Gold, Silber und Purpur sollen mit ihrer großen Leuchtkraft an den Glanz des Himmelreiches und des ewigen Lebens erinnern. Das Wort Gottes soll in angemessener Form, “in würdigem Glanze funkelnd”, auf Pergament niedergeschrieben sein.

Das Evangelistar im Laufe der Jahrhunderte

Das kostbare Evangelistar wanderte im Laufe der Jahrhunderte durch mehrere Hände und Sammlungen: Nach dem Tod Karls des Großen schenkte Karls Sohn Ludwig der Fromme (reg. 813/14-840) die Handschrift der Basilika Saint-Sernin in Toulouse, wo sie mehrere Jahrhunderte aufbewahrt wurde. In den Revolutionsjahren wurde das Manuskript im Museum von Toulouse aufbewahrt, bevor es 1811 in die Sammlung Napoleons überging. Seit 1872 ist die Handschrift in der Bibliothèque nationale de France in Paris unter der Signatur Ms. Nouv. Acq. Lat. 1203 zu finden.

Die Faksimile-Edition

Originalgetreue Faksimile-Edition der Handschrift Ms. Nouv. Acq. Lat. 1203 der Bibliothèque nationale de France in Paris. Insgesamt 6 reich verzierte Miniaturen sowie Ornamentschmuck in Rahmen, Initialen und Zierseiten illustrieren das prachtvolle Godescalc-Evangeliar auf 127 Blättern im Format von 31 x 21 cm.
Das Faksimile ist in seiner Auflage weltweit streng auf 980 numerierte Exemplare limitiert und im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

Der Kommentarband

Der Kommentarband wird von Fabrizio Crivello herausgegeben und enthält eine fundierte Auseinandersetzung mit der Ornamentik und Kodikologie der Handschrift, befasst sich mit Godescalcs Widmungsgedicht und beleuchtet den kunsthistorischen Kontext des Manuskripts.








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