Das Bußgebetbuch Johanns II. von Pfalz-Simmern (Bayerische Staatsbibliothek, München, Clm 10013)

In der spannenden Übergangszeit zwischen Mittelalter und Neuzeit ist eines der schönsten Kostbarkeiten der Buchmalerei überhaupt entstanden: das von Albrecht Glockendon für Johann II. von Pfalz-Simmern ausgeschmückte Bußgebetbuch. Johann II. (1492-1557), Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, Graf zu Sponheim, meist einfach nur »Herzog Hans« genannt, war nicht nur in seinem Kleinstaat im Hunsrück, sondern im ganzen Reich ein angesehener und populärer Herrscher. Er hielt Kontakt zu Wissenschaftlern und Künstlern, bei denen er viele wichtige Kunstwerke in Auftrag gab. Aber Johann II. betätigte sich auch selbst als Schriftsteller, Übersetzer oder Zeichner. Vor allem aber förderte als einer der ersten Herrscher die neue Technik des Buchdrucks.

Ein Dokument des Umbruchs


Ein Vertreter dieser neuen Kunst als Verleger von Holzschnitten war Albrecht Glockendon (um 1495-1545), der aus einer Dynastie bekannter Nürnberger Buchmaler stammte. Albrecht Glockendon betätigte sich jedoch auch in der traditionellen Kunst der Buchmalerei, und so entstand mit der 1532/33 von ihm illuminierten Handschrift des Bußgebetbuches eines der letzten großen Zeugnisse mittelalterlicher Buchmalerei. Pfalzgraf Johann II. hat das Werk wahrscheinlich als Geschenk für seinen jüngsten Sohn Reichard in Auftrag gegeben, da dieser für die geistliche Laufbahn bestimmt war.

Entsprechend konzentriert sich das Gebetsbuch ganz in der Tradition des Mittelalters zunächst auf religiöse Themen wie dem Büßertum und konzentriert sich dabei auf Erzählungen aus der Davidgeschichte. Gilt David doch als exemplarischer Sünder und Büßer, der nach einem tiefen Fall Vergebung vor Gott erlangt.  Andererseits schafft es Albrecht Glockendon im Stile einer „Modenschau“ in der Handschrift auch die bunten Gewänder und die Sinnesfreuden der Renaissance detailgetreu darzustellen.

Faksimile-Edition und Kommentarband


Die Faksimile-Edition des Bußgebetbuches Johanns II. von Pfalz-Simmern erscheint weltweit limitiert in einer Auflage von 980 Exemplaren. Sie besteht aus 26 Blättern im Format 13,8 x 9,9 cm, auf denen sich neun große Miniaturen und 19 Initialen befinden. Zusätzlich besteht jeweils erste Vers der Bußpsalmen - 
im Original in Goldschrift gehalten - in der Faksimile-Edition aus 23karätigem Echtgold.

Da sich der Originaleinband des Gebetbuchs leider nicht erhalten hat, wurde für die Edition ein dunkelbrauner Leder-Einband aus dem 18. Jahrhundert im Format 14,5 x 10,6 cm verwendet, auf dessen Vorder- und Rückseite sich Prägungen aus Gold befinden. Als weitere Verzierungen schmückt den Buchblock ein dreiseitiger Goldschnitt versehen ist und Kopf- und Fußschnitt ein handumstochenes Kapitalband.

Der ausführliche Kommentarband der Faksimileausgabe stammt aus der Feder von Dr. Ulrich Merkl, der als ausgewiesener Kenner der spätmittelalterlichen Buchmalerei gilt. Neben dem Kommentar enthält er eine Transkription und Übersetzung aller Texte der Handschrift. Der Kommentarband und das Faksimile können gemeinsam in einer feinen Lederkassette verwahrt werden, durch deren Sichtfenster auch im geschlossenen Zustand jederzeit ein Blick auf Einband und Goldprägung geworfen werden kann.

Die originalgetreue Faksimile-Edition des Bußgebetbuches ist im deutschsprachigen Markt exklusiv bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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