Christine de Pizan - 100 Bilder der Weisheit (Ms. 74 G 27 aus der Königlichen Bibliothek in Den Haag)

Bereits im zarten Alter von vier Jahren wurde Christine de Pizan 1368 dem französischen König Karl V. am Hof zu Paris vorgestellt. Sie war die Tochter eines aus Venedig stammenden Gelehrten namens Tomaso Benvenuto und war von Kindesbeinen an Teil der im Bildungs- und Kunstumfeld tätigen Entourage, mit der sich der französische Herrscher als Mäzen und Förderer umgab. Das Mädchen wurde durch diesen Umgang maßgeblich geprägt und knüpfte auch innerhalb der Königsfamilie wichtige Kontakte, die ihr in späteren Zeiten nützlich werden sollten.

Nachdem sich Christine de Pizans Leben zunächst nicht von dem ihrer Zeitgenossinnen unterschied – sie heiratete früh und bekam drei Kinder – zerstörte der Tod ihres Vaters und ihres Vaters ihr Glück und ihre Existenzgrundlage. Z diesem Zeitpunkt war die junge Frau gerade einmal 25 Jahre alt. Statt auf eine neue Heirat zu hoffen, entschied sich Christine de Pizan dafür, selber zu schreiben und wurde Autorin ihrer eigenen Texte, nachdem sie zunächst als Kopistin die Texte anderer Autoren vervielfältig hatte. Grundlage dieser Tätigkeit war die umfassende Bildung, die sie durch ihren Vater erworben hatte.

Die Texte, die Christine de Pizan verfasste, waren umfänglich und stammen aus zahlreichen Genres: Neben Liebesgedichten und Texten zu Philosophie und Moral äußerte sich die selbstbewusste Autorin selbst zur Politik. Ihr literarisches Werk widmete sie König Karl VI. und anderen Herrschern ließ zu Anfang des 15. Jahrhunderts prachtvolle Handschriften anfertigen. Viele der Miniaturen hat Christine de Pizan selbst ausgewählt.

Besonders der Brief einer fiktiven Göttin der Weisheit namens Othea an den trojanischen Helden Hektor, in dem sie ihm rund 100 Ratschläge gibt, die Hektor zu einem untadeligen Ritter machen sollten, haben im 15 Jahrhundert zahlreiche Künstler zur Ausschmückung dieser in Summe 98 kunstvollen Miniaturen angeregt.

Grundlage dieser ersten Faksimile-Ausgabe des Werkes der außergewöhnlichen Autorin ist ein Manuskript aus der Königlichen Bibliothek in Den Haag, das 96 Blatt oder 192 Seiten im Format 13,5 x 20 cm umfasst.  Die 98 farbenfrohen Miniaturen nehmen dabei fast den Platz einer ganzen Seite ein und sind von zierlichem Bordüren umrahmt. Auch der Text ist von goldfarbenen Schmuckinitialen und farbigen Elementen geschmückt.

Der ursprüngliche Einband hat sich leider nicht erhalten; es ist jedoch überliefert, dass für ihn blaufarbiger Seidenstoff verwendet wurde; auch die Faksimile-Edition ist daher in diesen Stoff eingebunden.

Die auf 990 Exemplare limitierte Ausgabe der 100 Bilder der Weisheit wird gemeinsam mit einem Kommentarband im Schuber geliefert, der neben der kompletten Übersetzung auch Angaben zum Leben Christines und zur kunsthistorischen Einordnung des Werkes enthält.

Die originalgetreue Faksimile-Edition des Stundenbuchs der Isabella von Kastilien ist im deutschsprachigen Markt ausschließlich bei DOMI Exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

 

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