Bedford Stundenbuch

Der Anlass des Jahreswechsels rückt das Stundenbuch, mit lateinischem Titel Horarium oder französisch Livre d’heures, als Gebet- und Andachtsbuch für das Stundengebet in den Fokus. Stundenbücher waren im Spätmittelalter private Andachtsbücher in Kreisen des reichen Adels und hatten ihre künstlerische Blüte in Flandern und Frankreich des 14. und 15. Jahrhundert.

Anfang des 15. Jahrhunderts ist mit dem Bedford Stundenbuch in Paris eines der glanzvollsten Exemplare dieses Genre entstanden, das aufgrund seiner künstlerischen Ausarbeitung, vor allem aber auch aufgrund der Ausdrucksstärke seiner Abbildungen zu Weltruhm gelangt ist.

Vor allem aber besticht das Stundenbuch durch seinen Umfang: auf den 578 Seiten der Bilderhandschrift, die im Format 26,3 x 18,4 cm erstellt worden ist, finden sich 38 eindrucksvolle Miniaturen im Großformat. Jede Seite ist außerdem schmuckvoll verziert, u.a. durch über 1200 Medaillons mit Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament.

Der lateinische Text ist durch eine Vielzahl von Goldinitialen verziert und durch vielfarbige Erläuterungen in französischer Sprache ergänzt.

Wer ist der Bedford-Meister?


Leider wissen wir bis heute nicht, wer der Künstler ist, in dessen Atelier diese Perle der Pariser Buchmalerei entstanden ist. Seinen Namen hat das Werk durch den lange vermuteten Auftraggeber John of Lancaster (1389–1435) bekommen, der ein jüngerer Bruder des englischen Königs Heinrich V. und Herzog von Bedford war. Heute weiß man, dass das Stundenbuch vom burgundischen Herzog Johann Ohnefurcht (1371-1419) in Auftrag gegeben worden ist, der es seinem Sohn Philipp III. von Burgund (1396–1467 vermachte. Dieser wiederum überreichte das kostbare Stück seiner Schwester Anna als Hochzeitspräsent am Tag Ihrer Vermählung mit besagten John of Lancaster, der im sog. „Hundertjährigen Krieg“ (1337–1453) die Regentschaft in dem von England beherrschten nördlichen Teil Frankreichs führe. Der Codex des Bedford-Stundenbuchs befindet sich heute in der British Library in London.

Faksimile-Ausgabe und Kommentarband


Die Faksimile-Ausgabe des Bedford-Stundenbuches ist in einer weltweit limitierten Auflage von 980 Exemplaren verfügbar und ist kommt dem Original in seiner künstlerischen Ausstattung so nahe wie möglich: Auf jeder Seite finden sich die goldenen und silbernen Akzente der Handschrift wieder.  Besonders eindrucksvoll ist auch der Einband aus rotem Samt mit seinen beiden gravierten und vergoldeten Schließen.

Der wissenschaftliche Kommentar hat Professor Eberhard König aus Berlin für den Faksimile Verlag verfasst, der darin eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse zum Beispiel zu den Medaillons des Bedford Stundenbuches verrät. Die Lieferung der Faksimile-Ausgabe erfolgt in einer Schutzhülle aus Acrylglas, die das Stundenbuch adäquat schützt und gleichzeitig repräsentativ zur Schau stellt.
Dieser Titel ist im deutschsprachigen Markt exklusiv bei DOMI exclusiv erhältlich (www.domi-exclusiv.com).

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